Dietmar Dala

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Hinweis: medizinische Themen dienen lediglich der Erstinformation. Diagnose und Behandlung müssen immer durch einen Tierarzt erfolgen. Eine falsche Diagnose/Behandlung kann dem Hund schaden und im schlimmsten Fall zum Tod oder schwerwiegenden Folgen führen. Dieser Artikel kann zudem überholte oder fehlerhafte Informationen enthalten.

🥩 Warum werben viele Marken mit „hohem Fleischanteil“?

Ob auf Nass- oder Trockenfutter – der Begriff „hoher Fleischanteil“ springt einem mittlerweile überall ins Auge. Er vermittelt den Eindruck: „Je mehr Fleisch, desto besser.“ Schließlich stammen Hunde vom Wolf ab – oder?

Ganz so einfach ist es nicht. Zwar gehören Hunde zu den Carnivoren (Fleischfressern), doch im Lauf der Domestizierung haben sie sich auch an pflanzliche Kost angepasst. Der Hund von heute ist ein sogenannter Carni-Omnivore, also ein „Mischköstler mit Fleischvorliebe“. Das bedeutet: Fleisch ist wichtig – aber nicht alles.

👉 Mehr zu geeigneten Lebensmitteln findest du im Artikel: Was dürfen Hunde essen?


✅ Vorteile eines hohen Fleischanteils

Ein qualitativ hochwertiges Hundefutter mit hohem Fleischanteil kann folgende Vorteile haben:

  • Hochwertige Eiweißquelle: Fleisch liefert gut verwertbares Protein, das wichtig für Muskulatur, Fell und Immunsystem ist.

  • Hohe Akzeptanz: Viele Hunde bevorzugen fleischlastige Futtersorten geschmacklich.

  • Geringere Futtermenge nötig: Futter mit viel Fleisch (und weniger Füllstoffen) hat meist eine höhere Nährstoffdichte.

  • Bessere Kotkonsistenz: Je besser verwertbar ein Futter ist, desto weniger „Abfall“ entsteht.

Allerdings: Qualität vor Quantität! Entscheidend ist nicht nur die Menge, sondern welche Fleischteile verwendet werden.


⚠️ Fleischanteil ist nicht gleich Fleischanteil

Ein großes Problem: Die Deklaration auf der Verpackung ist oft missverständlich. Viele Hersteller werben mit „70 % Fleischanteil“, doch dabei handelt es sich häufig um Frischfleisch mit hohem Wasseranteil. Beim Trocknen schrumpft dieser Anteil erheblich.

Außerdem solltest du wissen:

  • „Tierische Nebenerzeugnisse“ heißt nicht automatisch schlecht – solange klar deklariert wird, was genau enthalten ist (z. B. Herz, Leber = ok, Schnäbel oder Klauen = fragwürdig).

  • Deklaration prüfen: Je transparenter die Zutatenliste, desto besser.

Tipp: Schau dir die Zusammensetzung und die analytischen Bestandteile genau an. Bei unklaren Angaben lieber die Finger davon lassen.


🐶 Wie viel Fleisch braucht dein Hund wirklich?

Ein pauschaler Richtwert lautet: Ein gutes Alleinfutter enthält mindestens 50 % hochwertiges Fleisch oder Fisch – ergänzt durch Gemüse, Kräuter, Öle und Mineralstoffe. Reines Fleisch (100 %) ist hingegen kein Alleinfutter, da wichtige Nährstoffe fehlen würden.

Ein gutes Hundefutter enthält:

  • hochwertiges Eiweiß (z. B. Muskelfleisch, Herz)

  • gesunde Fette

  • verdauliche Kohlenhydrate (z. B. Reis, Kartoffel)

  • Ballaststoffe & sekundäre Pflanzenstoffe (z. B. Karotte, Spinat)

  • essenzielle Vitamine & Mineralstoffe

👉 Schau auch in unseren Ratgeber: Gesunde Snacks für Hunde


🔍 Worauf du beim Kauf achten solltest

Achte beim Hundefutter mit hohem Fleischanteil auf folgende Punkte:

Kriterium Worauf du achten solltest
Fleischsorte Am besten Monoprotein (z. B. nur Huhn) – gut bei Allergien
Transparenz Klare Deklaration wie „70 % Hühnerfleisch, davon 30 % Brustfleisch“
Zutatenliste Wenige, hochwertige Zutaten – keine „Tiermehl“ oder Zucker
Herkunft Europäische Produktion und Rohstoffe bevorzugen
Zusatzstoffe Keine künstlichen Farb- oder Aromastoffe

❌ Worauf du verzichten solltest

Finger weg bei:

  • Minderwertigen tierischen Nebenerzeugnissen (nicht näher definiert)

  • Zusatz von Zucker oder Karamell – schädlich für Zähne & Stoffwechsel

  • Künstlichen Konservierungsstoffen – können Allergien begünstigen

  • Unklarer Herkunft – kein Hinweis auf Fleischquelle oder Land

👉 Weitere problematische Zutaten findest du im Beitrag: Giftige Lebensmittel für Hunde


🦴 Fazit: Fleisch ist wichtig – aber nicht alles

Ein hoher Fleischanteil im Hundefutter kann von Vorteil sein, wenn die Qualität stimmt. Achte auf transparente Deklarationen, gute Fleischquellen und eine ausgewogene Rezeptur. Denn auch Gemüse, Kräuter und gesunde Öle sind wichtig für deinen Hund.

Vermeide Futtersorten mit unklaren Angaben oder viel „Füllmaterial“. Wenn du auf Nummer sicher gehen willst, lohnt sich ein Blick auf naturnahe Futtermarken oder sogar selbstgekochtes Futter – in Absprache mit dem Tierarzt.